© Kiepenheuer & Witsch Verlag
256 Seiten
Juli 2004
ISBN: 3492270751
Sibylle Berg: Ende gut
"Ende gut" von Sibylle Berg sind scharf umrissenden Beobachtungen über das schonungslose Spiel mit den Vorurteilen
Böse und voller Sarkasmus liest sich der neue
Roman von Sibylle Berg. Mit ihren Platitüden bohrt sie in den Wunden
der Vorurteile und treibt sie somit auf die Spitze. Dass sie ihre Wurzeln
in der Untergangsstimmung der 80er Jahre hat, ist unverkennbar: Schwarze
Kleidung, Gruftie-Musik, Suizid-Gedanken und Depressionen, das sind die
Zutaten zum Bild dieser Zeit. Für den Aufbau ihres Romans greift Sibylle
Berg auf journalistische Stilmittel zurück.
48 Teaser machen Appetit auf
den Fortgang der Handlung in kleinen Kapitel. Es gibt fiktive O-Ton Kommentare
von Betroffenen und Hintergrundrecherchen, die die Protagonistin im Roman,
ein Frau um die Vierzig, zu den jeweiligen Ereignissen zusammenträgt.
Damit bekommt die in der nahen Zukunft spielende Geschichte etwas Authentisches.
Mir sind ihre Weisheiten und Erkenntnisse bisweilen ein bisschen zu platt
und zu depressiv, aber dennoch staune ich über ihre erschreckend brillanten,
scharf umrissenden Beobachtungen über das schonungslose Spiel mit den
Vorurteilen und gnadenlose Aufzeichnung von Erbärmlichkeiten .
Rezension von Silke Schröder
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