Larissa Boehning: Lichte Stoffe
Als Nele Niebuhrs Großmutter Gudrun im Sterben liegt, erzählt sie
zum ersten Mal etwas von Harold McGee - Neles Großvater, einem schwarzen
US-GI, der nach dem zweiten Weltkrieg in Berlin stationiert war und ein
Verhältnis mit ihrer Oma begann. Sie erzählt auch von einem millionenschweren
Degas-Bild, das er ihr vermacht habe, obwohl er am Ende damit verschwand.
Für Gudrun Niebuhr war es eine schwere Zeit, das uneheliche Kind eines
Schwarzen alleine großzuziehen. Doch durch einige Recherchen findet Nele
heraus, dass die Geschichte ihrer Oma nur ein Teil der Wahrheit ist und
das Gemälde von zwielichtiger Herkunft war. Neugierig macht sie sich
auf den Weg in die USA, um diesen Teil ihrer Familiengeschichte zu erforschen
und ihren Großvater sowie das verschwundene Degas-Bild zu finden.
Das
Buch von Larissa Boehning ist ein Stück Selbstfindung durch die Aufarbeitung
der eigenen Familiengeschichte. Sie beschreibt den manchmal beschwerlichen
Weg der Generationen, zueinander zu finden - nicht durch Schweigen, sondern
durch das miteinander Reden kommen sich die Mutter und Tochter wieder
näher. Eine interessante Story über deutsch-amerikanische Freundschaften
in der Nachkriegszeit und über Familie im Besonderen.
Rezension von Silke Schröder
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