lesende Gartenzwerge
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Mittwoch, 26. April 2007

© Ulrike Helmer Verlag
302 Seiten
Mai 2006
ISBN: 978-389741197-5

Christiane Krause: Die Villa der Frauen

Christiane Krause ist mit der Villa der Frauen ein äußerst humorvoller Roman gelungen, der liebevoll mit den alternativ-frauenbewegten Realitäten spielt

Sieglinde und ihre lesbische Freundin Eva träumen den alten Traum von einer alternativen Tagungsvilla: frei, im Grünen, mit herrlicher Atmosphäre zum Arbeiten und Kreativ-Sein. Da so ein Projekt leider sehr kostenintensiv ist, fängt Eva erst einmal an, einen Roman darüber zu schreiben. Das gefällt ihr auch besser, als sich um ihre Dissertation zu kümmern.

In ihrer Geschichte um die Renovierung einer alten Villa am Stadtrand von Lüneburg geht es nicht nur um ein Frauenprojekt, in dem auch Männer - zumindest für Sieglinde - willkommen sind und in der ein Fiesling seiner esoterischen Strafe nicht entkommen kann, sondern es entwickelt sich so, dass irgendwann die Grenzen zwischen Roman und Geschichte verschwimmen - spätestens, wenn die Figuren ihrer Geschichte beginnen, ihre Rollen selbst kritisch zu kommentieren.

Christiane Krause ist mit der Villa der Frauen ein äußerst humorvoller Roman gelungen, der liebevoll mit den alternativ-frauenbewegten Realitäten spielt. Und was sich anfänglich wie eine Geschichte in der Geschichte liest, wird schließlich immer mehr zur absurd-komischen Realität des Romans. Dabei ist sie ebenso geistreich ironisch wie himmelhoch romantisch. Sehr vergnüglich für Frauen aller Couleur.

Christiane Krause, geboren 1968 in Saarbrücken, studierte Latein und Griechisch. Nach einem Ausflug ins Verlagsleben beendete sie ihre Dissertation, lernte noch ein paar alte Sprachen, jobbte im Büro und schrieb endlich mal was ohne Fußnoten. Seit 2003 pendelt sie zwischen Hamburg und Halle.

Rezension von Silke Schröder


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