lesende Gartenzwerge
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Mittwoch, 26. April 2007

© Knaur Verlag
320 Seiten
September 2004
ISBN: 3426273411

Senait G. Mehari: Feuerherz

FEUERHERZ von Senait G. Mehari ist ein Stück Vergangenheitsbewältigung als Kindersoldatin und ein Schlussstrich unter eine unglaubliche Kindheit.

Nein, Senait M. hat keine schöne Kindheit gehabt. Ausgesetzt von ihrer Mutter, wird sie mit sechs Jahren von ihrem gewalttätigen Vater zu den eritreischen Befreiungskämpfern der ELF geschickt.

Als Kindersoldatin verbringt sie, zusammen mir ihren beiden Halbschwestern, vier Jahre unter unglaublichen Bedingungen, bis ihr Onkel sie mit in den Sudan nimmt. Von dort holt sie ihr Vater, mittlerweile anerkannter Asylsuchender in Deutschland, nach Hamburg. Doch auch dort geht das Martyrium weiter. Der Vater schlägt sie. Senait zieht aus, lebt eine Zeitlang als Obdachlose in Hamburg, bis sie es schafft, eine eigene Wohnung zu bekommen, eine Berufausbildung abzuschließen und ein eigenes Leben zu leben. Senait ist heute 30 Jahre alt und lebt in Berlin als Sängerin und Songtexterin.
Feuerherz ist ein sehr persönliches und bewegendes Buch. Emotional geschrieben, liest es sich wie ein Tagebuch. Und was sie von ihren Erlebnissen als Kindersoldatin erzählt, ist erschütternd. Vier Jahre lang kaum Wasser, wenig zu essen, sexuelle Übergriffe und immer auf der Flucht vor den Gegnern. Die ELF gehört nicht zu den Siegern dieses Bürgerkrieges. Und wenn: hätte das einen Unterschied gemacht?

Trotz aller Tragik in ihrer Geschichte gelingt es ihr, mehr als nur Mitleid zu erzeugen. Senait ist stolz darauf, überlebt und ihr Leben in den Griff bekommen zu haben. Und manchmal scheint es, als wenn sie sich mit diesem Buch auch bei jenen Mensachen entschuldigen will, zu denen sie nicht fair gewesen ist.
Ein Stück Vergangenheitsbewältigung und für sie ein Schlussstrich unter eine unglaubliche Kindheit.

Rezension von Silke Schröder


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