© Manhattan HC Verlag
592 Seiten
Oktober 2007
ISBN: 978-3442546060
Original: Names of the dead
Ian Rankin: Im Namen der Toten
Im Sommer 2005 treffen sich die Mächtigen dieser Welt zum G8-Gipfel
bei Edinburgh. Die gesamte britische Polizei ist in Bereitschaft. Nur Inspector
John Remus und seine Kollegin Siobhan Clarke sollen in diesem Chaos eine
Mordserie aufklären. Ein Serienvergewaltiger und ein brutaler Geldeintreiber
wurden kurz hinter einander ermordet – ein Fall von Selbstjustiz? Zugleich
beschäftigt sie der angebliche Unfalltod des jungen Politikers Ben Websters.
War es wirklich ein Unglück oder etwa das Ergebnis einer skrupellosen politischen
Intrige?
Neben all dem hat Siobhan noch ganz andere Sorgen: ihre Eltern
sind als Demonstranten gegen den G8-Gipfel nach Edinburgh gekommen und wohnen
auf dem dafür extra eingerichteten Campingplatz. Die Zeltnachbarin Santal,
eine als Hippie getarnte Fotografin, ist ihren Eltern wesentlich sympathischer
als ihre eigene Tochter, die Polizistin. So kämpft Siobhan mit ihrer Eifersucht,
bis sie ihre Eltern während einer Demonstration aus einer brenzlichen Lage
retten kann und hinter die Wahrheit der politisch ach so korrekten Santal
kommt. Bei ihren gemeinsamen Recherchen geraten Rebus und Siobhan aber nicht
nur an arrogante Industrielle und größenwahnsinnige Sondereinsatzkräfte,
sie landen auch noch mitten in einen Revierkampf zwischen einem zwielichtigen
Stadtrat und dem lokalen Unterweltboss.
Ian Rankin lässt seinen neuen Krimi
mit dem Anti-Helden John Rebus im Umfeld des G8-Gipfels in Schottland 2005
spielen. Geschickt verknüpft er dabei seine Story mit dem zeitgeschichtlich-aktuellen
Hintergrund und lässt nicht nur Demonstranten aufmarschieren, sondern baut
auch gleich noch die Bombenanschläge auf die Londoner U-Bahn mit ein. Realität
und Fiktion kreuzen sich hier so elegant, dass die eigentliche Krimi-Handlung
gänzlich im Fiktiven bleiben kann.
Einziges Manko sind die Dialoge, die
Rebus schon seit diversen Vorgänger-Bänden mit dem Unterweltboss Cafferty
führt und die hier ein wenig zu langatmig geraten sind. Neu hingegen ist
der Versuch Caffertys, Siobhan zu manipulieren – eine bewährte Variante
im immer währenden Kampf von Gut gegen Böse.
Insgesamt ist Ian Rankins 16.
Krimi wieder ein spannender Kriminalroman mit jeder Menge überraschender
Wendungen, der uns auf ein Neues in die schottische Mentalität und die Welt
des John Rebus entführt.
Rezension von Silke Schröder
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