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Mittwoch, 02. September 2009

© Aufbau-Verlag
398 Seiten
August 2009
ISBN: 978-3351032708
Original:
Marsalkan miekka

Taavi Soininvaara: Der Finne

In "Der Finne" von Taavi Soininvaara geht es um die finnisch-russische Geschichte und die Rolle der Kirche in Russland

Der in London lebende finnische Historiker Eerik Forsman bekommt unerwartete Post von seinem Vater, der kurz davor spurlos verschwunden ist. Die beiden haben keinen guten Draht zu einander; umso mysteriöser ist der Brief, in dem es um das Versteck eines Buches geht. Der Inhalt des Bandes mit dem Titel „Schwert des Marschalls“ könnte den ganzen Staat Russland zum Einsturz bringen.

Eerik begibt sich zusammen mit Arto Ratamo von der finnischen Polizei und der Fremdenführerin Taru Otsamo auf die Suche nach dem Sagen umwobenen Buch. Und schon ist ihnen der russische Geheimdienst auf den Fersen, der die Auffindung des Werkes unbedingt verhindern will. Doch auch die russisch-orthodoxe Kirche mischt eifrig mit. Hat der Klerus ebenfalls etwas zu verbergen? Der rasante Wettlauf beginnt.

Dass Finnland immer schon Probleme mit seinem riesigen Nachbarn Russland hatte, steht in jedem Geschichtsbuch. Der Autor Taavi Soininvaara geht in seinem Thriller „Der Finne“ noch einen Schritt weiter. Er gibt dem dünn besiedelten Nordstaat ein gewaltiges Druckmittel in Form eines Buches gegen Russland in die Hand. Das darin verborgene Wissen schützt Finnland, und nur wenige Menschen wissen um den Inhalt. All dies sind gute Voraussetzungen für einen spannenden Thriller, in den der Autor auch noch eine kleine Schnitzeljagd a la „Illuminati“ von Dan Brown eingebaut hat – in atemlosem Tempo werden seine Helden von einem Hinweis zum nächsten gejagt. Dennoch gelingt es Soininvaara, in seine Story noch Einiges aus der finnisch-russischen Geschichte mit einzuflechten und auch den ewigen Machtkampf zwischen Staat und Kirche in Russland zu Wort kommen zu lassen.

Zwar verliert man über die vielen Verstrickungen und Wendungen bis zum großen Finale leicht mal den Überblick, aber nichts desto trotz sorgt das Buch für jede Menge Spannung. Wer zusätzlich noch etwas geschichtliches Interesse mitbringt, sollte an diesem Finnen nicht vorbeigehen.

Taavi Soininvaara, geb. 1966, arbeitete als Chefanwalt für bedeutende finnische Unternehmen. 2001 ließ er sich von allen beruflichen Verpflichtungen befreien, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Seine Romane um Arto Ratamo sind große Erfolge und wurden verfilmt.

Rezension von Silke Schröder



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