Xinran - Die namenlosen Töchter
Mit großem Hintergrundwissen um die gesellschaftliche und politische Situation in China beschreibt Xinran in "Die namenlosen Töchter" einfühlsam die Situation der junger Frauen
Gerade in Chinas Provinz gilt ein Junge immer noch viel mehr als
ein Mädchen. Und so schämt sich der Vater „nur“ sechs Töchter bekommen
zu haben und nummeriert sie einfach durch. Tochter Drei möchte dem
Schicksal einer arrangierten Ehe, wie bei ihren beiden älteren Schwestern,
entgehen und zieht nach Nanjing, der nächst gelegenen Großstadt. Dort findet
sie nicht nur einen interessanten Job, sie holt auch ihre Schwestern Fünf
und Sechs nach, die ihrerseits in der Stadt Geld verdienen und endlich
die Anerkennung finden können, die ihnen in ihrem Dorf und in ihrer
eigenen Familie nie zu teil gekommen ist.
Die Autorin Xinran ist in China durch
ihre Radiosendungen über die Situation der Frauen in ihrer Heimat bekannt
geworden. In ihrem neuen Roman „Die namenlosen Töchter“ geht es ihr um
die vielen jungen Frauen, die in China als „Essstäbchen“ bezeichnet werden
(während die Jungen natürlich die „Dachbalken“ eines jedes Familiehauses
sind...
Diese Mädchen und Frauen sind in den Augen ihrer Eltern und
ihrer Dorfgemeinschaft nichts wert und werden meist in arrangierten Ehen
untergebracht. Doch viele von ihnen entfliehen der ländlichen Enge und
gehen in die Städte, um Arbeit zu finden. Xinran sprach mit einigen dieser
Frauen, und herausgekommen ist ein Buch, das Mut macht.
Mit großem Hintergrundwissen
um die gesellschaftliche und politische Situation in China beschreibt
sie nicht nur sehr einfühlsam die Situation der junger Frauen, sondern
zeigt auch Wege in eine optimistische Zukunft auf. Sehr lesenswert.
Rezension von Silke Schröder
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