lesende Gartenzwerge
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Donnerstag, 06. Dezember 2007

© Droemer/Knaur Verlag
352 Seiten
September 2007
ISBN: 978-3426197721
Original: Miss Chopsticks

Xinran - Die namenlosen Töchter

Mit großem Hintergrundwissen um die gesellschaftliche und politische Situation in China beschreibt Xinran in "Die namenlosen Töchter" einfühlsam die Situation der junger Frauen

Gerade in Chinas Provinz gilt ein Junge immer noch viel mehr als ein Mädchen. Und so schämt sich der Vater „nur“ sechs Töchter bekommen zu haben und nummeriert sie einfach durch. Tochter Drei möchte dem Schicksal einer arrangierten Ehe, wie bei ihren beiden älteren Schwestern, entgehen und zieht nach Nanjing, der nächst gelegenen Großstadt. Dort findet sie nicht nur einen interessanten Job, sie holt auch ihre Schwestern Fünf und Sechs nach, die ihrerseits in der Stadt Geld verdienen und endlich die Anerkennung finden können, die ihnen in ihrem Dorf und in ihrer eigenen Familie nie zu teil gekommen ist.

Die Autorin Xinran ist in China durch ihre Radiosendungen über die Situation der Frauen in ihrer Heimat bekannt geworden. In ihrem neuen Roman „Die namenlosen Töchter“ geht es ihr um die vielen jungen Frauen, die in China als „Essstäbchen“ bezeichnet werden (während die Jungen natürlich die „Dachbalken“ eines jedes Familiehauses sind...

Diese Mädchen und Frauen sind in den Augen ihrer Eltern und ihrer Dorfgemeinschaft nichts wert und werden meist in arrangierten Ehen untergebracht. Doch viele von ihnen entfliehen der ländlichen Enge und gehen in die Städte, um Arbeit zu finden. Xinran sprach mit einigen dieser Frauen, und herausgekommen ist ein Buch, das Mut macht.

Mit großem Hintergrundwissen um die gesellschaftliche und politische Situation in China beschreibt sie nicht nur sehr einfühlsam die Situation der junger Frauen, sondern zeigt auch Wege in eine optimistische Zukunft auf. Sehr lesenswert.

Rezension von Silke Schröder


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