Simon Beckett: Tiere
TIERE von Simon Beckett funktioniert fast wie ein Kammerspiel und ist Geschmackssache – es ist böse, skurril und beklemmend. Und das konsequent.
Nigel ist vielleicht nicht der Hellste, aber bei seinem Job als Kopierkraft in einem Büro gibt er stets sein Bestes. Er wohnt in einem ehemaligen Pub, den seine verstorbenen Eltern bis zu ihrem Tod führten, und sieht in seiner Freizeit gerne Fern oder liest Comics – ein einfaches, unaufgeregtes Leben. Doch Nigel hat auch ein Geheimnis: Er hält Menschen gefangen, die im Keller seines Hauses in Käfigen leben und sich von Hundefutter ernähren müssen. Als sich eines Tages zwei Arbeitskolleginnen für einen Besuch anmelden, gerät seine kranke kleine Welt in akute Gefahr. Nigel wird sehr nervös...
Der 1995 erstmals veröffentliche Roman „Tiere“ ist wohl die skurrilste Erzählung von Simon Beckett. Wie er selbst im Prolog schreibt, wollte er nach seinem ersten Erfolg „Voyeur“ einen wirklich bösen Roman schreiben, ein Buch mit viel schwarzem Humor und einem Ich-Erzähler, der grausame Taten begeht, aber durch seine naive Sicht auf die Dinge stets auch einen Hauch von Sympathie bewahrt. Das ist ihm gelungen. Becketts Buch funktioniert fast wie ein Kammerspiel und ist Geschmackssache – es ist böse, skurril und beklemmend. Und das konsequent. Ideal für schwarze Seelen.
Simon Beckett, geboren 1968, versuchte sich nach Abschluss eines Englischstudiums als Immobilienhändler, lehrte Spanisch und war Schlagzeuger. 1992 wurde er freier Journalist und schrieb für bedeutende britische Zeitungen wie "Times", "Daily Telegraph" oder "Observer". Im Laufe seiner journalistischen Arbeit spezialisierte Beckett sich auf kriminalistische Themen. Als Romanautor trat er zuerst 1994 an die Öffentlichkeit. Simon Beckett ist verheiratet ist und lebt in Sheffield.
Rezension von Silke Schröder
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