© Rowohlt Verlag
182 Seiten
Juli 2007
ISBN: 978-3498000745
Original: Travels
in the Scriptorium
Paul Auster: Reisen im Skriptorium
Paul Auster beschäftigt sich in seinem neuen Buch Reisen im Skriptorium auf ernsthaft-ironische Weise mit seinen zahlreichen Romanen und seiner Rolle als Autor
Ein alter Mann wacht in einem weißen Raum auf. Nichts um ihn herum scheint
ihm bekannt. Einige Gegenstände im Zimmer sind sogar mit Namenskärtchen
versehen. Was ist mit ihm geschehen? Gedächtnisverlust? Der Sprung
in eine Parallelwelt? Oder das Leben nach dem Tod?
Immer wieder kommen Leute in
sein Zimmer, deren Fotos aus jüngeren Jahren auf dem Tisch liegen.
Und alle machen sie ihm Vorwürfe: Sie erinnern ihn daran, dass
er sie einmal leichtfertig gefährliche Dinge hat tun lassen.
Paul Auster, einer der Großmeister
der amerikanischen Schreiberzunft, beschäftigt sich in seinem neuen Buch
auf ernsthaft-ironische Weise mit seinen zahlreichen Romanen und seiner
Rolle als Autor. Immer wieder begegnet er Figuren aus seinen Büchern, seien
es Daniel Quinn und Fanshawe aus der "New York-Trilogie", Benjamin
Sachs aus "Leviathan", Peter Stillman aus der „Stadt aus Glas“
oder Anna Blume aus dem "Land der letzten Dinge". Und es geht
(wieder einmal) um die Kunst des Romane-Schreibens an sich, denn Mr. Blank,
der Held, soll selbst hier noch ein unvollendetes Manuskript fertig stellen.
Vielleicht liegt es an Austers 60. Geburtstag und dem Gedanken, alt zu werden,
dass er sich noch einmal ausgiebig mit seinem Verhältnis zum Schreiben und
zu seinen Protagonisten beschäftigt – wie viel vom Autor steckt in seinen
Helden, und welche Projektionen bekommen seine wehrlosen Figuren auf den
Leib geschrieben? Es wird wohl kaum ein Zufall sein, dass es auch in dem
unvollendeten Manuskript um einen Mann namens Sigmund geht, der sich mit
dem Innersten des Menschen beschäftigt - Freud und Leid der Psychoanalyse
lassen grüßen. Ein Buch für erfahrene Paul Auster-Leser und für alle, die
sich für das Leben hinter dem Schreiben interessieren.
Paul Auster wurde 1947 als Nachkomme eingewanderter
österreichischer Juden in Newark, New Jersey geboren. Er studierte
Anglistik und vergleichende Literaturwissenschaft an der Columbia
University New York. 1971-74 lebte er in Frankreich, hauptsächlich
in Paris. Nach seiner Rückkehr in den USA nahm er einen Lehrauftrag
an der Columbia University an und arbeitete zusätzlich als Übersetzer
französischer Autoren sowie als Herausgeber französischer Literatur
in amerikanischen Verlagen.
Rezension von Silke Schröder
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