Martin Suter: Der Koch
In seinem neuen Roman „Der Koch“ versteht es Martin Suter, mit leichter Hand so gewaltige Themen wie die Weltwirtschaftkrise und den fast unbemerkten Bürgerkrieg auf Sri Lanka mit den Künsten der molekularen Küche und ihren ayurvedischen Einflüssen zu verknüpfen.
Der Tamile Maravan stammt aus dem Norden Sri Lankas und hat es als
Asylbewerber in der Schweiz schwer, einen Job zu finden. Gerade mal als
Küchenhilfe wird er angestellt, obwohl er eigentlich er ein genialer Koch
ist, der gerne mit den exotischsten Zutaten herumexperimentiert. Doch als
er die Kellnerin Andrea mit einem raffinierten Menü verführt, ist Andrea,
die eigentlich nur auf Frauen steht, eines klar: Maravan versteht sich auf
aphrodisierende Gerichte, die wirklich wirken. Und so entsteht die Idee
von „Love Food“. Durch eine Therapeutin bekommen sie ihre ersten Kunden,
und das ist nur der Anfang…
In seinem neuen Roman „Der Koch“ versteht es
Martin Suter, mit leichter Hand so gewaltige Themen wie die Weltwirtschaftkrise
und den fast unbemerkten Bürgerkrieg auf Sri Lanka mit den Künsten der molekularen
Küche und ihren ayurvedischen Einflüssen zu verknüpfen. In seinem unverkennbaren,
heiter-lakonischen Stil greift er nicht nur die Zusammenhänge der globalen
Wirtschaft mit ihren skrupellosen Geschäftemachern auf, er macht auch auf
einen vergessenen Bürgerkrieg aufmerksam, der schon Jahrzehnte währt.
Dabei
verliert er aber nie seine Geschichte aus den Augen, die er immer wieder
mit pikanten Zufällen würzt – und mit jeder Menge famos beschriebener Geschmacksexplosionen,
die einem beim Lesen das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Ein Roman,
der mit Herz und Verve durch den Magen geht
Martin Suter, geboren 1948 in Zürich, lebt mit seiner Frau in Spanien und
Guatemala. Er war Werbetexter und erfolgreicher Werber, ein Beruf, den er immer
wieder durch andere Schreibtätigkeiten ergänzt oder unterbrochen hat.
Rezension von Silke Schröder
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