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Donnerstag, 11. April 2019

© Aufbau Verlag
360 Seiten
15. März 2019
ISBN-13: 978-3351037567
Original: Future Home
of the Living God

Louise Erdrich: Der Gott am Ende der Straße

DER GOTT AM ENDE DER STRAßE von Louise Erdrich ist eindringlich und konsequent aus der Sicht einer Frau erzählt, die sich nicht unterkriegen lässt.

Evelina ist die Enkelin des Indianers Mooshum. Sie lebt in einer Kleinstadt in North Dakota, unweit der Provinzhauptstadt Fargo. Als Evelina zu Hause ganz begeistert von ihrer neuen Lehrerin, der Nonne Mary Anita Buckendorf schwärmt, erzählt ihr ihr Großvater eine drastische Cedar ist schwanger – und das in einer Welt, die sich gerade einschneidend verändert: Immer mehr Neugeborene weisen schwer absonderliche Verhaltensweisen auf; die ganze menschliche Evolution scheint sich plötzlich wieder rückwärts zu entwickeln. Die Behörden sind sind nicht nur hilflos, sondern auch durchsetzt von religiösen Kreationisten. Diese lassen Schwangere in Gewahrsam nehmen, ohne dass jemand weiß, was nach der Geburt mit ihren Kindern passiert. So trifft Cedar eine Entscheidung: Sie taucht unter, um sich und das Leben ihres Kindes zu schützen.

Louise Erdrich hat ihren neuen Roman “Der Gott am Ende der Straße” konsequent in Briefform verfasst – als Kette von Nachrichten ihrer Heldin Cedar an ihr noch ungeborenes Kind. Die strikt subjektive Perspektive macht ihren Roman ebenso spannend wie interessant, denn aus dieser sehr persönlichen Warte erleben wir die turbulenten Emotionen der Schwangeren ebenso wie ihre mal schwammigen, mal ganz konkreten Eindrücke von dem, was da “draußen” in der neuen Welt gerade passiert. Vieles ist assoziativ verfasst und erhebt keinen Anspruch auf Objektivität, aber gerade dies bringt uns Erdrichs Protagonistin nahe. Auch einen kleinen Seitenhieb auf die alarmistische aktuelle Außenpolitik der USA konnte sich die Autorin offenbar nicht verkneifen, wenn sie beschreibt, wie die Landesgrenzen so abgeschottet werden, dass die Ausreise für US-Bürger unmöglich geworden ist. So erinnert “Der Gott am Ende der Straße” mit seinem beklemmenden Katastrophenszenario ein wenig an Margaret Atwoods “Report der Magd”: eindringlich und konsequent aus der Sicht einer Frau, die sich nicht unterkriegen lässt.

Louise Erdrich, 1954 in Little Falls, Minnesota als Tochter einer Indianerin und eines Deutschamerikaners geboren, wuchs in North Dakota auf. Sie wurde für ihre Romane und Lyrikbände mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Sie lebt mit ihren fünf Kindern in Minnesota.

Rezension von Silke Schröder

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