Jean-Christophe Grangé: Choral des Todes
Gelesen von Wolfgang Pampel
Mit Choral des Todes entführt uns Jean-Christophe Grangé in gewohnt unheimlicher Atmosphäre in einen obskuren Fall.
Lionel Kasdan, Polizist im Ruhestand, befindet sich gerade in einer Kirche, als er einen furchtbaren Schrei hört. Da ihm der Tote, den er da auf der Empore findet, und der furchtbare Schrei nicht loslassen, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln: Wer bringt schon einen alten Chorleiter um?
Zusammen mit dem jungen Polizisten Cédric Volokine kommt er bald auf eine unglaubliche Spur, denn die Chorknaben der Kirche sind alles andere als Unschuldslämmer, sondern selbst fiese kleine Täter. Wer aber steckt hinter dem Treiben der Kinder? Kasdan und Volokine müssen ihr Geheimnis entschlüsseln, um weitere Morde zu verhindern – und zwar schnell.
„Choral des Todes“ ist der zweite Teil von Jean-Christophe Grangé’s „Trilogie des Bösen“. Wie schon der erste Band „Blut der Hölle“ beginnt der Thriller mit einem religiös-mythischen Thema. In gewohnt unheimlicher Atmosphäre verbeißt sich sein alternder Kommissar Kasdan in einen obskuren Fall, den er zunächst kaum überblicken kann - im Geiste sieht man hier bereits Jean Reno agieren, der schon in der Verfilmung von Grangés Thriller „Die purpurnen Flüsse“ einen ebenso harten wie gewieften Seniorcop gab. Inhaltlich spannt Grangé in seiner Story einen weiten Bogen von den Menschenversuchen in deutschen Nazi-KZ’s bis hin zu den brutalen Diktaturen Lateinamerikas.
Und auch wenn das Ende fast ein wenig zu fantastisch erscheint, gelingt es Grange in „Choral des Todes“ erneut, seine düster-fasziniernde Stimmung bis zum Finale aufrecht zu erhalten. Nicht zu letzt ein Verdienst des Schauspielers Wolfgang Pampel, der das Hörbuch engagiert und überaus authentisch liest.
Jean-Christophe Grangé, 1961 in Paris geboren, arbeitet als freier Journalist für "Paris-Match", "Gala", "Sunday Times", "Observer", "El Pais", "Spiegel" und "Stern". Seine abenteuerlichen Reportagen führten Grange zu den Eskimos, den Pygmäen, den Tuareg und in die Mongolei.
Rezension von Silke Schröder
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