Martin Burckhardt: Digitale Renaissance
Martin Burckhardt fragt in DIGITALE RENAISSANCE. MANIFEST FĂR EINE NEUE WELT, wie eine neue digitale Welt aussehen soll.
Die Renaissance gilt als die kulturelle und gesellschaftliche Wiedergeburt des Abendlandes nach dem âdunklenâ Mittelalter. TatsĂ€chlich war es der Anbruch eines ganz neuen Zeitalters, das durch neue Handels- und Produktionswege, Wissenschaft und humanistische Werte die mittelalterliche Welt ĂŒber den Haufen warf. Nichts weniger erwartet Martin Burckhardt in „Digitale Renaissance“ von der digitalen Revolution. In der wir uns bereits mitten drin befinden, die aber wohl tatsĂ€chlich erst ganz am Anfang steht. Denn was wird bleiben von unseren Berufsbiografien. Wenn nicht nur Produktionsjobs, sondern auch hoch bezahlte Dienstleistungen wie die von Ărzten oder Ingenieuren durch immer intelligentere Maschinen und Programme ersetzt werden?
Wie verĂ€ndert sich Wertschöpfung, wenn elektronische Produkte â legal oder nicht â beliebig oft kopiert werden. Und der Wissensschatz ganzer Gesellschaften frei im Netz verfĂŒgbar wird? Welche moralischen und rechtlichen Systeme brauchen wir, wenn alle Menschen ĂŒber ihre kulturellen und nationalen Besonderheiten hinweg Zugriff auf die gleichen digitalen Angebote haben?
Digitale Renaissance
Trotz Wohlstandsunterschieden, Funklöchern und Netzzensur. Martin Buckhardt ist in „Digitale Renaissance“ fest ĂŒberzeugt, dass sich die digitale Revolution ĂŒber kurz oder lang ihren Weg um den ganzen Globus fressen wird. Dabei geht es ihm nicht um die technischen Details dieser Entwicklung, sondern um ihre kulturellen, ökonomischen und sozialen Konsequenzen. Es ist ein gesellschaftsphilosophischer Diskurs. Und weil so etwas auĂerhalb eines Philosophie-Seminars oder der Re:Publica kaum jemand ĂŒber 200 Seiten aushĂ€lt, zieht Burckhardt stets an der richtigen Stelle die ReiĂleine und lockert seine Betrachtungen durch kurze geschichtliche RĂŒckblicke. Dialoge mit einem imaginĂ€ren KĂŒchentischbesucher oder Impressionen von seinen Vortrags- und Recherchereisen auf.
MANIFEST FĂR EINE NEUE WELT
NatĂŒrlich darf man von einem, der den Untergang unserer Gesellschaftsform prophezeit, nicht gleich den Bauplan fĂŒr eine neue erwarten. Aber er stellt wichtige Fragen und ĂŒbt sich in verhaltenem Optimismus: in jeder Zerstörung steckt auch eine Chance! So verweist Martin Buckhardt in „Digitale Renaissance“ auf den Wert von KreativitĂ€t, wenn Arbeit zum seltenen Gut wird, er unterstreicht die Notwendigkeit von offener Neugier. Wenn zwischenmenschliche Interaktion global wird und empfiehlt den Weg der inneren Erkenntnis, wenn Bildung endlich vom Ballast der bloĂen Wissensvermittlung befreit ist.
Sein abschlieĂendes âdigitales Manifestâ ist sicher noch kein Leitfaden fĂŒr unsere digitale Zukunft. Aber allemal ein Stichwortzettel fĂŒr eine spannende und hochaktuelle Diskussion â online oder analog.
Martin Burckhardt, geboren 1957, âelektrischer Autorâ, Medien- und Kulturtheoretiker. Er lehrt an der HdK, der Humboldt-UniversitĂ€t und an der FU Berlin. GeschĂ€ftsfĂŒhrer von âLudic Philosophyâ, ein Entwickler von Onlinekonzepten, -Spielen und -Anwendungen in Berlin.

Digitale Renaissance.
Manifest fuÌr eine
neue Welt
© Metrolit Verlag
224 Seiten
16. Mai 2014
ISBN: 978-3849303303






