Su Turhan: Kommissar Pascha
KOMMISSAR PASCHA ist der DebĂĽtkrimi von Su Turhan aus der bayerischen Landeshauptstadt mit einem eigenwilligen deutsch-tĂĽrkischen Kommissar.
Zeki Demirbilek von der Münchener Kriminalpolizei wird Leiter der neuen Sonderabteilung “Migra”, die sich mit Fällen mit Migrationshintergrund beschäftigen soll. Zwar besteht sie zunächst nur aus ihm allein, aber immerhin bekommt Zeki bald Verstärkung durch zwei junge Polizistinnen, die Berliner Türkin Jale Cergin und die Münchnerin Isa Vierkant. Zusammen mit dem strafversetzten Piu Leopold muss sich das junge Team gleich mit zwei Morden beschäftigen. Ein türkischer Staatsbürger wird ermordet im Münchener Eisbach aufgefunden. In seine Brust ist mit Reißnägeln der arabische Schriftzug für “Teufel” eingetrieben. Kurz darauf wird ein zweiter Mord gemeldet, und wieder findet sich der teuflische Reißnagel-Schriftzug auf der Brust des Toten. Alle Spuren führen zu einer überraschenden Verdächtigen: der wohlhabenden Unternehmertochter Gül Güzeloglu, Erbin einer großen Döner-Kette. Aber hat sie wirklich etwas mit den Morden zu tun?
“Kommissar Pascha” ist ein klassischer „Tatort“-Krimi, der in die tĂĽrkisch-deutsche Kultur eintaucht. Mit seinem Kommissar, dem tĂĽrkischstämmigen MĂĽnchener Zeki Demirbilek, stellt der Autor Su Turhan einen ausgemachten osmanischen Patriarchen in den Mittelpunkt seines DebĂĽtkrimis. Auch wenn der eigenwillige Kommissar, um es einmal freundlich zu sagen, anfänglich weder in der Lage ist, seine Ex-Frau respektvoll, noch seine neuen Mitarbeiterinnen kollegial zu behandeln, merkt man doch schnell, dass hinter der harten Schale ein butterweicher Kern steckt. Und im Laufe der Story gewinnt Kommissar Pascha, der sich diesen Macho-Titel redlich verdient hat, immer mehr Sympathien. Nebenbei gewährt der Autor, ĂĽbrigens selbst DeutschtĂĽrke, einen liebevollen Einblick in seine Geburtsstadt Istanbul und in seinen jetzigen Wohnort MĂĽnchen. Freuen wir uns nach „Kommissar Pascha“ von Su Turhan also auf weitere Fälle des ungleichen deutsch-tĂĽrkischen Polizei-Teams aus der bayerischen Landeshauptstadt.
Su Turhan, 1966 in Istanbul geboren, hat Germanistik mit Schwerpunkt Filmphilologie studiert. Bereits während seines Studiums arbeitete er als Aufnahmeleiter und Regieassistent an diversen Filmprojekten mit. Sein erster Kinospielfilm „Ayla“ feierte WelturauffĂĽhrung auf dem Filmfestival Max-OphĂĽls-Preis 2010 und wurde in New York und Siena mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Su Turhan lebt und arbeitet heute erfolgreich als Autor und Regisseur in MĂĽnchen.
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