Jonas Jonasson: Die Analphabetin, die rechnen konnte

Jonas Jonasson: Die Analphabetin, die rechnen konnte

Jonas Jonasson strotzt bei DIE ANALPHABETIN, DIE RECHNEN KONNTE wieder vor guten Einfällen und brilliert mit einem unwiderstehlichen Humor.

Gelesen von Katharina Thalbach

Nombeko Mayeki ist fünfzehn, als sie von einem weißen Ingenieur angefahren wird und zur Strafe die nächsten Jahre bei ihm als Lohnsklavin arbeiten muss. So funktioniert eben das Gesetz in Südafrika Anfang der 1970er Jahre. Doch Nombeko ist intelligent und eine echte Rechenkünstlerin. So wird sie schnell die rechte Hand ihres stets betrunkenen Chefs. Und der hat einen höchst brisanten Auftrag, denn er soll für die südafrikanische Regierung den Bau einer Atombombe organisieren – für Nombeko eine Riesenchance, die sie auf vielen Umwegen schließlich bis nach Schweden in höchste Ämter führt.

Schon mit seinem Erstlingswerk “Der 100-Jährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand” hat Jonas Jonasson bewiesen, dass Schweden nicht nur erstklassige Krimis, sondern auch humorvoll-abgedrehte Storys schreiben können, die dazu noch jede Menge Informationen über geschichtliche Ereignisse vermitteln. In “Die Analphabetin, die rechnen konnte” nimmt sich Jonasson die jüngere Apartheitsgeschichte Südafrikas vor und beleuchtet einen heute weitgehend vergessenen Aspekt: Der Unrechtsstaat, der sich guter Beziehungen zum israelischen Geheimdienst und zur chinesischen Wirtschaft erfreute, zählte kurzfristig zu den Atommächten dieser Welt.

Mit der jungen Nombeko schafft der Autor eine Figur, die stets höflich, aber mit Zielstrebigkeit und blitzgescheitem Verstand alles erreicht, was sie sich in dieser abgedrehten Story vornimmt. Jonasson strotzt auch hier wieder vor guten Einfällen und brilliert mit einem unwiderstehlichen Humor. Doch keine Sorge, bei allen turbulenten Einfällen verfolgt der Autor seinen durchaus logischen Plot. So wird, wer schon den Hundertjährigen mochte, auch bei der Analphabetin auf hohem Niveau sehr gut unterhalten.

Jonas Jonasson, geb. 1962 im schwedischen Växsjö, arbeitete nach seinem Studium in Göteborg als Journalist unter anderem für die Zeitungen „Smålandsposten“ und „Expressen“. Später gründete er eine eigene Medien-Consulting-Firma. Doch nach 20 Jahren in der Medienwelt verkaufte er alles und zog in den Schweizer Kanton Tessin. Sein Roman „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ trat in Schweden eine regelrechte Allan-Karlsson-Manie los. Inzwischen erscheint der Titel in ganz Europa und entwickelt sich zu einem internationalen Bestseller. Zurzeit schreibt Jonasson an einem zweiten Roman.

hallo-buch.de - Rezensionen und Buchtipps von Silke Schröder
hallo-buch.de

      

© der Hörverlag
6 CDs
November 2013
ISBN: 978-3867178877
Original: Analfabeten
och försvann

      

Weitere großartige Belletristik – Beste Buchtipps hier


zurück zu hallo-buch » Jonas Jonasson: Die Analphabetin, die rechnen konnte
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner