Yasmina Kadhra: Die AttentÀterin
Yasmina Khadra heiĂt eigentlich Mohammed Moulessehou und beschreibt in DIE ATTENTĂTERIN immer schwelenden Konflikt im Nahen Osten.
Alles lĂ€uft nach Plan fĂŒr den Chirurgen Amin Jaafari, der als Araber mit israelischem Pass in Tel Aviv lebt. Er ist glĂŒcklich verheiratet, erfolgreich in seinem Job und integriert in die israelische Gesellschaft. Doch eines Tages stirbt seine Frau bei einem Selbstmordattentat. Und wie die Untersuchung ergibt, war sie selbst die AttentĂ€terin. FĂŒr Amin bricht eine Welt zusammen. Warum seine Frau? Wieso hatte er nicht bemerkt, dass sie Kontakte zu extremistischen Gruppen hatte? Um zu verstehen, stellt er auf eigene Faust Nachforschungen in den palĂ€stinensischen StĂ€dten Bethlehem und Dschenin an – und stöĂt dabei auf Hass und Ablehnung. Aber er findet auch die Wurzeln seiner eigenen Familie wieder.
Yasmina Khadra ist das Pseudonym des algerischen Schriftstellers Mohammed Moulessehou, eines der wichtigsten Autoren des arabischen Raums. Mit seinem neuen Roman springt er mitten hinein in die hochaktuellen Konflikte des Nahen Ostens. Er kritisiert die endlose Spirale der Gewalt, das scheinbare Fehlen von Alternativen und die ideologische Engstirnigkeit beider gegnerischer Lager. Er versucht, dem destruktiven PhĂ€nomen der SelbstmordattentĂ€ter auf die Spur zu kommen und der Frage, warum selbst Menschen aus privilegierten LebensverhĂ€ltnissen so destruktiv und selbstzerstörerisch werden können â wie die studierten Al-Qaida-AttentĂ€ter von Hamburg, London und Madrid. Mit groĂer Detailkenntnis fĂŒhrt uns Khadra in ein kompliziertes gesellschaftliches Konfliktfeld, das uns schon seit Jahrzehnten begleitet und lĂ€ngst den Raum des Nahen Ostens verlassen hat â selbst wenn auch er keine Lösung prĂ€sentieren kann. Jenseits der aktuellen Kriegsschlagzeilen eine ebenso einfĂŒhlsame und spannende ErzĂ€hlung â sehr empfehlenswert.
Yasmina Khadra ist das Pseudonym von Mohammed Moulessehoul. Der 1955 geborene Autor war hoher Offizier in der algerischen Armee. Wegen der strengen Zensurbestimmungen veröffnetlichte er seine Kriminalromane mit Kommissar Llob unter dem Namen seiner Frau. Erst nachdem er im Dezember 2000 mit seiner Familie nach Frankreich ins Exil gegangen war, konnte er das Geheimnis um seine IdentitĂ€t lĂŒften.






