Jan Böttcher: Das Kaff
DAS KAFF von Jan Böttcher ist einen leicht wehmĂŒtigen, aber mit viel Humor bestĂŒckter Roman auf den Weg zu den eigenen Wurzeln.
FĂŒr den 40jĂ€hrigen Micha SchĂŒrtz stand die Karriere als Architekt immer im Vordergrund. Da war es nur selbstverstĂ€ndlich, dass er seinem Kaff irgendwo in der norddeutschen Tiefebene nach Ende der Ausbildung schnellstens den RĂŒcken zukehrte und nach Berlin ĂŒbersiedelte. Jetzt fĂŒhrt ihn ein Bauleitungsauftrag unversehens wieder zurĂŒck in seine alte Heimat. Er trifft auf seine Geschwister, auf alte Freunde und altbekannte Orte â und fĂŒhlt sich ĂŒberraschend wohl. So sagt er auf die Frage, ob er nicht die C-Jugend des hiesigen Fussballvereins fĂŒr ein paar Monate trainieren könne, spontan ja.
Mit âDas Kaffâ legt Jan Böttcher einen leicht wehmĂŒtigen, aber mit viel Humor bestĂŒckten Roman vor. Muss man erst weggegangen sein, um zu erkennen, wie sehr Familie und Freunde zu einem standen? Ersetzen beruflicher Erfolg und WeltlĂ€ufigkeit ganz die in Jugendjahren aufgebaute, groĂe Vertrautheit mit einer Landschaft und ihren Bewohnern? Das sind nur einige der Fragen, denen Jan Böttcher hier nachgeht. Zum einen lernen wir, dass es wesentlich weniger schlimm sein kann, zu den eigenen Wurzeln zurĂŒck zu kehren, als wir manchmal denken. Zum anderen aber auch, dass man die Dinge mit einigen Jahren Abstand in einem anderen Licht sieht und hier wie dort nicht alles Gold ist, was glĂ€nzt. So zeigt uns Jan Böttcher einen Weg zurĂŒck, der zugleich ein Weg ins eigene Ich sein kann. ZurĂŒckkehren ist ebenso mutig wie fortgehen â man muss es nur wagen.
geboren 1973 in LĂŒneburg, lebt als Autor und Singer-Songwriter in Berlin. Nach vier Alben mit seiner Band «Herr Nilsson» veröffentlichte er zuletzt das Soloalbum «Vom anderen Ende des Flures». 2003 erschien sein literarisches DebĂŒt «Lina oder: Das kalte Moor», 2006 der Roman «Geld oder Leben».







