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Mittwoch, 26. April 2007

© Ulrike Helmer Verlag
260 Seiten
April 2006
ISBN: 978-389741200-2

Fahimeh Fasaie: Eines Dienstags beschloss meine Mutter Deutsche zu werden

Fahimeh Fasaie gelingt mit "Eines Dienstags beschloss meine Mutter Deutsche zu werden" ein ebenso humorvoller wie ironischer Familienroman über das deutsche Asylrecht.

Royas Mutter Sima beschließt Deutsche zu werden. Seit 20 Jahren lebt die Iranerin mit ihrer Familie in Köln. Damit sie den Einbürgungstest besteht, begibt sie sich eifrig auf die Suche nach Kultur und Mentalität der Deutschen.

Unter der fachkundigen Anleitung von Nachbar Herbert kommt sie mit Brahms und Krötenwanderung, Karneval und Löwensenf der echten deutschen Lebensart auf die Spur. Ihr Mann jedoch reagiert entsetzt auf den Verrat an iranischer Identität und versenkt sich frustriert in persische Mystik. Tochter Roya versucht derweil, die Familienharmonie zu retten, und über all dies bemerkt niemand, dass Sohn Ryan, Papas Augenlicht, mit seinem Freund Kai mehr übt als nur Chemie.

Die Iranerin Fahimeh Fasaie, die Dank des deutschen Asylrechts den Repressalien von Schah und Mullahs im Iran entkam, gelingt hier ein ebenso humorvoller wie ironischer Familienroman. Minutiös beschreibt sie die bizarren Blüten, die ein Einbürgerungstest hervorbringen kann - gerade für Frauen, die sich nicht nur mit neuen Aufgaben, sondern auch noch mit verunsicherten Ehemännern herumschlagen müssen. Die Autorin hat mit leichter Hand einen Roman geschrieben, der durch die Perspektive der Betroffenen besticht und trotz des ernsten Themas den Humor nicht verliert. Eine gute Annäherung an eine kontroverse Debatte.

Fahimeh Farsaie, Juristin und Kunsthistorikerin, wurde 1952 in Teheran geboren. Als Redakteurin und Kunstkritikerin war sie im Iran für mehrere Zeitungen tätig. Wegen ihrer unstillbaren Leidenschaft für engagierte Kunst und Literatur saß die Juristin und Kunsthistorikerin unter dem Schah-Regime 18 Monate im Gefängnis. Unter der Khomeini-Regierung wurde sie ebenfalls verfolgt. Seit 1983 lebt sie in Deutschland, wo sie u.a. für tageszeitung, Freitag und Deutschlandfunk als freie Journalistin arbeitet. Sie erhielt den iranischen Fernsehpreis »Tamascha« für junge Autoren, den BARANs-Fond-Preis für die Literatur im Exil.

Rezension von Silke Schröder

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