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Montag, 19. August 2019

© DuMont Buchverlag
400 Seiten
19. August 2019
ISBN: 978-3-8321-8367-7

Marius Hulpe: Wilde grüne Stadt (oder: Im Labyrinth des entwurzelten Lebens)

WILDE GRÜNE STADT von Marius Hulpe ist ein Roman über Entwurzelung und über das Ringen um die Entscheidungsgewalt über das eigene Leben.

Der junge Iraner Reza wird Anfang der 1960er Jahre als Spion für das Schah-Regime nach Westdeutschland geschickt. Als Student der Agrarwissenschaften soll er alle möglichen Informationen sammeln, über Landwirtschaft ebenso wie über technische Neuerungen oder politische Entwicklungen. Er beginnt, sich im fremden Land eine Existenz aufzubauen und zieht von der westfälischen Provinz nach Berlin. Als 1979 im Iran die Islamische Republik ausgerufen wird, ist ihm klar, dass er nie wieder in seine Heimat zurückkehren wird. Er gründet eine Familie, bekommt mehrere Kinder von unterschiedlichen Frauen und versucht, auch ohne staatlichen Auftrag einen Weg durchs Leben zu finden. Und das klappt gar nicht mal schlecht.

In einer sehr poetischen Sprache erzählt Marius Hulpe vom Leben seines Protagonisten Reza, der durch seine Spionagetätigkeit für das Schah-Regime schon früh einen scheinbar klar vorbestimmten Weg einschlägt. Doch dabei entscheiden stets andere oder “das Schicksal”, wie es in seinem Leben weitergeht. Immer wieder switcht der Autor zwischen verschiedenen Stationen seiner Vergangenheit und der Gegenwart hin und her, wechselt zugleich auch die Perspektive und erzählt von Reza aus der Sicht seiner Freundin Clara oder ihres gemeinsamen Sohnes Niklas. Richtig nahe kommt man Hulpes Helden dabei aber trotzdem nicht, denn der Autor hält selbst ein wenig Distanz zu seiner Figur. So ist “Wilde grüne Stadt” auch ein Roman über Entwurzelung und über das Ringen um die Entscheidungsgewalt über das eigene Leben.

Marius Hulpe, geboren 1982 in Soest, lebt nach Auslandsaufenthalten in Polen und Indonesien heute wieder in Berlin. 2008 erschien sein vielbeachteter erster Gedichtband ›Wiederbelebung der Lämmer‹. Es folgten die Bände ›Einmal werden wir‹ (2013) und ›Süße elektrische Nacht‹ (2014) sowie der Essay ›Der Polen-Komplex‹ . ›Wilde grüne Stadt‹ ist sein erster Roman.

Rezension von Silke Schröder

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