Jacqueline Harpman: Ich, die ich Männer nicht kannte
ICH, DIE ICH MÄNNER NICHT KANNTE von Jacqueline Harpman eine feministische Dystopie mit einer philosophischen Sicht auf unsere Existenz.
39 Frauen und ein Mädchen leben in einem großen Käfig tief in einem Keller. Sie werden von sechs Soldaten bewacht. Die Frauen wissen nicht, warum sie dort festgehalten werden. Sie dürfen sich nicht berühren, haben jedes Zeitgefühl verloren und können sich nur noch vage an ihr altes Leben erinnern. Bis eines Tages plötzlich ein Alarm ertönt – und die Soldaten verschwunden sind. Die Kleine, so nennen die Frauen das Mädchen, sieht sofort, dass die Tür ihres Käfigs offen steht. Sie sind frei! Doch die Welt da draußen ist nicht die Art von Freiheit, die sich die Frauen erhofft haben …
Jacqueline Harpman: Ich, die ich Männer nicht kannte
Was wartet auf uns, wenn wir es schaffen, den Käfig unseres Daseins zu verlassen? Was können insbesondere Frauen erwarten, wenn sie sich aus der Enge ihrer Verhältnisse befreien? In ihrer beklemmenden Dystopie “Ich, die ich die Männer nicht kannte” erzählt Jacqueline Harpman in leisen Tönen von Isolation und Hoffnung. Sie lässt ihre Protagonistinnen zwischen unbeirrtem, optimistischem Glauben an eine Zukunft und tiefer Verzweiflung schwanken. Sie schreibt von dem menschlichen Bedürfnis, einen Sinn im Leben zu finden, von dem Streben nach Gemeinschaft und dem Wunsch nach einem funktionierenden Zuhause. Im Mittelpunkt steht die Ich-Erzählerin, die viel jünger ist als die anderen Frauen, und die von dem uns bekannten Leben nur in deren Erzählungen gehört hat. So ist “Ich, die ich die Männer nicht kannte” von Jacqueline Harpman eine feministische Dystopie mit einer philosophischen Sicht auf unsere Existenz und den Sinn des – hier vor allem weiblichen – Daseins.
“Moi Qui N’ai Pas Connu Les Hommes” (so das französische Original) erschien schon 1995, zu Beginn der dritten Welle der modernen Frauenbewegung. Jetzt ist der Band in deutscher Neuübersetzung erschienen und hat nichts an Aktualität verloren.
Die Autorin
Jacqueline Harpman ist 1929 in Etterbeek, Belgien geboren. Sie ist eine der großen Stimmen der französischsprachigen Literatur. Ihre Familie musste vor den Nationalsozialisten nach Casablanca fliehen und kehrte erst nach dem Krieg in ihre Heimat. Jacqueline Harpman schrieb über 15 Romane und gewann zahlreiche Literaturpreise. Sie starb 2012 in Brüssel.

Ich die ich Männer
nicht kannte
© Klett-Cotta
224 Seiten
14. März 2026
ISBN: 9783608966701
Original: Moi Qui N’ai
Pas Connu Les
Hommes


