AyĆe Kulin: Der schmale Pfad
DER SCHMALE PFAD von Ayse Kulin ist ein emotionaler Roman, der das VerhĂ€ltnis zwischen TĂŒrken und Kurden zum Thema hat.
Die angesehene Journalistin Nevra Tuna plant eine Reportage ĂŒber die inhaftierte kurdische Extremistin Zeliha Bora. Und tatsĂ€chlich: trotz vieler Hindernisse bekommt sie einen Termin im Istanbuler Frauenknast und auch Zeliha stimmt der Reportage zu. Doch als die beiden Frauen aufeinander treffen, prallen auch zwei politische Weltanschauungen aufeinander. Nevra, die Intellektuelle, spricht sich fĂŒr Integration, Bildung und ein friedliches Miteinander aus. Die KĂ€mpferin Zeliha redet von der Zwei-Klassen-Gesellschaft, dem Befreiungskampf ihres Volkes und den unĂŒberbrĂŒckbaren kulturellen Unterschieden. Schnell heizt sich die Stimmung auf, ein Wort gibt das andere. bis sich Nevra, kurz vor dem Abbruch des GesprĂ€chs, als alte Freundin aus Kindertagen zu erkennen gibt. Aus der hitzigen Debatte wird ein spannendes und emotionales GesprĂ€ch.Das die beiden Frauen nicht nur sehr viel nĂ€her bringt, sondern auch ein neues Licht auf ihre Ziele wirft. Die sind sich nĂ€mlich viel Ă€hnlicher als gedacht.
Der schmale Pfad
âDer schmale Pfadâ von Ayse Kulin ist ein ebenso emotionaler wie eindrucksvoller Roman, der eigentlich nur aus einem einzigen Dialog besteht. Und dieses GesprĂ€ch beleuchtet wie im Brennglas das oftmals angespannte VerhĂ€ltnis zwischen TĂŒrken und Kurden. So geht es neben den persönlichen Schicksalen der beiden Frauen um die ungenĂŒgenden Bildungschancen fĂŒr kurdische Kinder und Frauen. Um archaische Traditionsreste wie Blutrache und Ehrenmord, um die restriktiven Methoden des tĂŒrkischen Staates, um unbarmherzige Haftmethoden und offene FĂ€lle von Folter. Es gibt kaum ein Thema, dass nicht angesprochen wird. Doch auch wenn die beiden Frauen, die KĂ€mpferin ebenso wie die Intellektuelle, an der aktuellen Situation nichts Ă€ndern können. So sehen doch beide in der Bildung, gerade bei jungen kurdischen MĂ€dchen, die oft weder lesen noch schreiben können, einen Hoffnungsschimmer fĂŒr die Zukunft. Nicht nur fĂŒr ein gleichberechtigtes Umgehen zwischen TĂŒrken und Kurden, sondern auch zwischen Frauen und MĂ€nnern.
Das Vorbild fĂŒr die Figur der Kurdin Zeliha Bora ist ĂŒbrigens die tĂŒrkische Politikerin und kurdische Menschenrechtsaktivistin Leyla Zana. Als die ihre Einwilligung zu einer von Kulin geplanten Biografie zurĂŒckzog, entschloss sich die Autorin zu einem fiktiven Roman ĂŒber eine starke kurdische Frauenfigur. Ăberzeugend, spannend und informativ.
AyĆe Kulin, geboren 1941 in Istanbul, wuchs in Ankara auf und studierte am American College Literaturwissenschaften. In den Achtzigerjahren arbeitete sie als Redakteurin und Reporterin fĂŒr diverse tĂŒrkische Zeitungen und Zeitschriften. Als Produzentin fĂŒr Fernsehen, Werbespots und Kinofilme. Mehrere Male wurde sie als »Autorin des Jahres« ausgezeichnet, viele ihrer ErzĂ€hlungen und Romane wurden verfilmt und gelten in der TĂŒrkei als Bestseller. Seit 2007 ist AyĆe Kulin ehrenamtliche UNICEF-Botschafterin.







