Claus Cornelius Fischer: Nukleus
In NUKLEUS von Claus Cornelius Fischer kämpft sich eine Notärztin durch ein Dickicht aus Lügen, falschen Versprechungen und Machenschaften.
In der U-Bahnstation Hermannsplatz in Berlin-Neukölln hat es einen verheerenden Terroranschlag mit mehreren Toten gegeben. Die Notfallärztin Ella Bach eilt zum Ort des Geschehens und rettet einem jungen Mädchen das Leben. Doch als Komplikationen eintreten, muss sie Shirin in ein Spezialkrankenhaus bringen. Das liegt nicht gerade um die Ecke. Und so bekommt die Lebensretterin statt Blumen bald Ă„rger mit Shirins GroĂźfamilie, die sich in Berlins krimineller Unterwelt einen gewissen Ruf erworben hat und hinter der Einweisung boshafte behördliche WillkĂĽr wittert. Parallel dazu erhält Ella einen merkwĂĽrdigen Anruf von ihrer besten Freundin aus London. Als sie Anni zurĂĽckruft, wird ihr von der dortigen Polizei mitgeteilt, dass ihre Freundin sich umgebracht hätte. Ella glaubt nicht an ihren Tod und besteigt den nächsten Flieger, um in London selbst nach Anni zu suchen. Und richtig – immer mehr Indizien sprechen dafĂĽr, dass Anni nicht tot ist, sondern sich lediglich versteckt hält. Sie scheint in eine ebenso mysteriöse wie mörderische Geschichte verwickelt zu sein, denn der erste echte Tote in Annis Umfeld lässt nicht lange auf sich warten…
Nukleus
Es ist ein leicht abgedrehter Krimi, den Claus Cornelius Fischer mit “Nukleus“ da vorlegt. Wieder einmal steht seine toughe Notfallärztin Ella Bach im Mittelpunkt des Geschehens. Und wie schon in “Erlösung” kämpft sie auf fast verlorenem Posten gegen einen vermeintlich unbesiegbaren Gegner. War es damals ein Komplott von international agierenden Bankern, sind es diesmal die Strippenzieher eines sozialen Netzwerks. Das seine Hilfe suchenden User benutzt. Um terroristische Anschläge zu begehen. Dabei kritisiert Fischer auch, dass sich immer mehr Menschen von sozialen Netzwerken wie Facebook geradezu abhängig machen. Und am Ende Gefahr laufen, virtuelle “Freundschaften” mit echten Freunden verwechseln. Auch wenn der Thriller einige Längen hat, hält der Autor den enorm spannenden Thrill seiner Story durch. Und verrät uns erst am Schluss, wer hier Opfer und wer Täter ist. Eine echte Aufgabe wartet also auf Fischers Heldin, die sich in echter James-Bond-Manier durch ein Dickicht aus Lügen, falschen Versprechungen und gewissenlosen Machenschaften schlagen muss.
Claus Cornelius Fischer wurde 1951 in Berlin geboren und lebt heute in MĂĽnchen. Er schrieb unter anderem fĂĽr „Die Welt“ und „Die Zeit“ und ist seit 1976 freier Schriftsteller, Ăśbersetzer und Drehbuchautor. Seit 1989 hat er zahlreiche Romane und DrehbĂĽcher fĂĽr Film („Blueprint“ mit Franka Potente) und TV („Tatort“) geschrieben.
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