Myla Goldberg: Böse Freundin
BĂSE FREUNDIN von Myla Golberg ist psychologisch gut aufbereitet und regt zum Nachdenken ĂŒber die eigene Kindheit an.
Celia kehrt nach Jahren in Chicago an ihren alten Heimatort Jensenville im Nordosten der USA zurĂŒck. Ausschlaggebend ist ein Ereignis aus ihrer Kindheit. Als 11-jĂ€hrige hatte sie mit ansehen mĂŒssen, wie ihre beste Freundin Djuna Pearson einfach in einem Loch im Waldboden verschwand. Doch anstatt schnell Hilfe zu holen, war Celia ruhig zurĂŒckgekehrt. Und hatte jedem erzĂ€hlt, Djuna wĂ€re in das Auto eines Unbekannten eingestiegen. Jetzt will sie mit ihren anderen frĂŒheren Freundinnen und mit Djunas Mutter ĂŒber die damaligen Ereignisse sprechen.
Doch ihr Vorhaben gestaltet sich anders als erwartet.Denn keiner glaubt ihr die wahre Version der Geschichte. Alle bleiben fest davon ĂŒberzeugt, dass Djuna mit dem Auto verschwand. Und Celia erfĂ€hrt noch ganz andere Dinge: Waren die beiden Freundinnen damals wirklich so ein unausstehlich-arrogantes Duo? Hat Celia wirklich die MĂ€dchen tyrannisiert. Die mit ihnen befreundet sein wollten, oder hat hier nur der pure Neid die Jahrzehnte ĂŒberdauert?
Böse Freundin
Mit âBöse Freundinâ schickt Myla Goldberg ihre Protagonistin Celia auf den Weg in die eigene Vergangenheit. Dabei zeigt sie unmissverstĂ€ndlich auf, wie verschieden RealitĂ€t wahrgenommen werden kann. WĂ€hrend Celia vorsichtig versucht, mit ihren damaligen Freundinnen ĂŒber den lange verdrĂ€ngten UnglĂŒcksfall zu sprechen, haben die ganz andere Erinnerungen an diese Zeit. Und zwar solche, an die sie zum Teil selbst nicht gern erinnert werden wollen.
So ist „Böse Freundin“ von Myla Goldberg nicht nur die Geschichte von Celia und ihrem unerklĂ€rlich-unverzeihlichen Fehlverhalten. Sondern auch die der drei anderen MĂ€dchen. Eine feine gesponnene, psychologisch gut aufbereitete und emotional geschriebene Story. Die ihren Figuren viel Platz zur Selbsterkenntnis lĂ€sst. Und zum Nachdenken ĂŒber die eigene Kindheit anregt.
Myla Goldberg ist 30 Jahre alt und lebt mit ihrem Mann in New York. Sie gilt in ihrer Heimat als eine der begabtesten literarischen Newcomerinnen der letzten Jahre.







