Rainer Nikowitz: Volksfest
VOLKSFEST von Rainer Nikowitz bedient sich all der Zutaten, die einen unterhaltsamen, satirischen Krimi-SpaĂ aus Ăsterreich ausmachen.
Schon lange hat Suchnek nicht mehr seine Eltern im niederösterreichischen Wulzenbach besucht, und jetzt soll er gleich vier Tage lang das Haus und den Dackel hĂŒten. Und natĂŒrlich gibt es umgehend Ărger, denn bereits in der ersten Nacht sieht Suchnek vom Balkon aus, wie jemand die Scheune des Nachbarn anzĂŒndet. Bei der Brandstiftung kommt die Ehefrau des Feuerwehrmeisters ums Leben – unglĂŒcklicher Zufall oder böse Absicht? Immerhin war die âheilige Johannaâ im Dorf nicht sonderlich beliebt, gehörte sie doch dem erzreaktionĂ€ren Zirkel der âLegio Mariaeâ an. Aber nicht nur das gesamte Dorf weiĂ, dass Suchnek etwas gesehen hat, auch der TĂ€ter ist ihm dicht auf den Fersen.
Mundart-Krimis aus dem LĂ€ndlichen sind momentan in. Rita Falk feiert mit ihrer âFranz Eberhoferâ-Reihe groĂe Erfolge, wĂ€hrend Autoren wie Nicola Foerg oder Jörg Maurer ihre Land-Geschichten mit einem unterhaltsam-ironischen Augenzwinkern wĂŒrzen. Jetzt steuert auch der Wiener Kolumnist Rainer Nikowitz einen genussvollen Beitrag zu diesem Genre bei, denn âVolksfestâ bedient sich all der Zutaten, die satirischen Krimi-SpaĂ ausmachen: bissige Seitenhiebe auf die österreichische Volks- bzw. Landkultur, ein leicht desorganisierter LebenskĂŒnstler, jede Menge skurrile Freunde und eine gut konstruierte Story. Viel Gaudi also fĂŒr alle, die auf leicht ĂŒberzogene, witzig-ironische BettlektĂŒre stehen und eine Landidylle lieben, in der Welt auch nur noch vordergrĂŒndig in Ordnung ist.
Rainer Nikowitz, geboren 1964, ist Kolumnist des Wochenmagazins «profil». Er lebt in Wien und «Volksfest» ist sein erster Roman.







