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Dienstag, 03. November 2020

© Droemer HC; Buchverlag
320 Seiten
20. August 2020
ISBN: 978-3426277737
Original: Uncanny Valley

Anna Wienert: Code kaputt

Anna Wienert erlaubt in CODE KAPUTT einen unmittelbaren und ernüchternden Blick hinter die Kulissen des großen Mythos Silicon Valley.

Anna Wienert wechselt Mitte der Nuller-Jahre von einem Assistenzjob in der New Yorker Verlagsszene zu einer hippen digitalen Start-Up-Firma in San Francisco. E-Books sollen hier das neue große Ding werden, mit dem man den Literaturbetrieb fit für die Zukunft machen will. Doch im aufblühenden Silicon Valley erlebt Anna nicht nur die Höhen, sondern auch die unerwarteten Tiefen dieser unübersichtlichen und hochdynamischen Branche. Sie wechselt zu einem Big-Data-Unternehmen und arbeitet im Kundensupport. Für ihre Verhältnisse verdient sie jede Menge Geld, fühlt sich aber auch als “Verräterin” an ihren eigenen Vorstellungen, die immer sehr traditionell mit rein analogen Verlagen und Büchern verbunden waren.

Anna Wienert berichtet in ihrem Memoir “Code kaputt” von ihrem Arbeitsleben in der damals noch recht jungen digitalen Start-Up-Szene im Silicon Valley und in San Francisco. Das “Uncanny Valley” – so englische Originaltitel – ist für sie tatsächlich zunächst einmal ebenso unheimlich-undurchsichtig wie aufregend und überraschend. Als Ich-Erzählerin berichtet Wiechert, wie sie in der männlich dominierten Szene zwischen hemdsärmeligen CEOS, aufstrebenden Jungmanagern und nerdigen Entwicklern zurecht gekommen ist – oder eben nicht, weil ihr die verklemmten Macho-Sprüche auch im lockeren T-Shirt-Outfit irgendwann zu sehr auf die Nerven gingen. Sie erzählt von den unmerklichen Veränderungen im liberalen San Francisco, wo viele (Lebens-)Künstler und unkonventionelle Existenzen nach und nach selbstbewussten Start-up-Managern weichen mussten, die mit fremdem Geld Unternehmen gründen und nach oben bringen, um sie alsbald wieder für noch mehr Geld zu verkaufen. Es geht um menschliche Kreativität und Produktivität, um den maximalen Einsatz für eine Idee oder eben doch nur für den Profit. Und sie zeigt auch, wie das Silicon Valley so ganz nebenbei seinen Beitrag zur Entwicklung totaler digitaler Überwachungstechniken leistet – kaum glaublich, dass sich noch immer Leute wundern, wenn ihnen Facebook, Twitter, Google & Co Werbung für Produkte anzeigen, die sie gerade eben noch gesucht oder sogar bereits gekauft haben. So ist Anna Wienerts “Code kaputt” ein ebenso persönlicher wie gesellschaftlich wichtiger Tagebuchroman, der uns einen unmittelbaren und ernüchternden Blick hinter die Kulissen des großen Mythos Silicon Valley erlaubt.

Anna Wiener ist Journalistin und schreibt für den New Yorker, The Atlantic und Wired über das Silicon Valley, Start-Up-Kultur und die digitale Welt. Sie lebt und arbeitet in San Francisco, Code kaputt ist ihr erstes Buch und sorgt seit Erscheinen in den USA und Großbritannien für Furore.

Rezension von Silke Schröder

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