Jutta Limbach: Ausgewanderte Wörter
AUSGEWANDERTE WĂRTER von Jutta Limbach ist ein unterhaltsamer Beitrag fĂŒr deutsche Wörter, die ihren Weg in andere Sprachen gefunden haben.
Haben Sie schon mal eine âKaffeepausiâ in Finnland gemacht oder mit englischen Damen nachmittags das âKaffeklatschingâ zelebriert? Zahlreiche deutsche Wörter sind in den vergangenen Jahrhunderten mit deutschen Auswanderern oder deutschen Produkten in alle Welt gezogen, und manchmal kommen sie auf Umwegen auch wieder zu uns zurĂŒck.
So stammt das amerikanische âOkayâ von deutschen Setzern, die regelmĂ€Ăig ihr âo.K. â ohne Korrekturâ unter die Druckbögen amerikanischer Zeitungen setzten. Manche Wörter aus der deutschen Geisteswelt wie etwa das âLeitmotivâ sind offensichtlich so ĂŒberzeugend, dass sie gleich in mehreren Sprachen Aufnahme fanden (englisch, französisch und spanisch). Aber auch optische oder lautmalerische Faktoren spielen eine Rolle: So wird das kringelige â@â-Zeichen im hebrĂ€ischen âStrudelâ genannt und das kehlige âach soâ schaffte es spielend ins libanesische Arabisch. Mit einer internationalen Ausschreibung hat der Deutsche Sprachrat dazu aufgerufen, deutschstĂ€mmige Wörter und ihre Bedeutung in fremden Landessprachen einzusenden.
Aus den ĂŒber 6000 (!) Wort-Meldungen haben Karin Eichhoff-Cyrus und Lutz Kuntzsch eine Ă€uĂerst unterhaltsame Auswahl getroffen und in diesem liebevoll gestalteten Buch zusammengestellt. Nicht selten lassen die gewĂ€hlten Beispiele und ihre alltagsnahen ErlĂ€uterungen deutlich erkennen, warum bestimmte deutsche Wörter so gern verwendet werden. Etwa wegen der Eigenart unserer Sprache, Wörter genial einfach zusammenzusetzen â den âKinder-Gartenâ oder die âAuto-Bahnâ gibt es eben nur bei uns. Manchmal wird mit den Begriffen aber auch gleich ein Bild der âDeutschenâ mittransportiert, das nachdenklich stimmt. Oder warum gibt es auf schwedisch ausgerechnet den âBesserwissiâ und auf tschechisch den âHochstaplerâ?
Ein wunderbares Geschenk fĂŒr jeden, der sich gern mit Sprache beschĂ€ftigt â und ein unterhaltsamer Beitrag fĂŒr alle, die gern einmal ĂŒber die âĂberflutungâ unserer Sprache mit auslĂ€ndischen Modewörtern klagen.
Jutta Limbach, geborene Jutta Ryneck, war eine deutsche Rechtswissenschaftlerin sowie Professorin an der Freien UniversitÀt Berlin, Politikerin und Berliner Justizsenatorin. Von 1994 bis 2002 war sie PrÀsidentin des Bundesverfassungsgerichts und von 2002 bis 2008 PrÀsidentin des Goethe-Instituts.

© Hueber Verlag
160 Seiten
November 2006
ISBN: 978-3191078911
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