Sayaka Murata: Die LadenhĂŒterin
DIE LADENHĂTERIN von Sayaka Murata ist ein treffend-oronischer Blick auf die japanische Gesellschaft, deren Normen unverrĂŒckbar erscheinen.
Keiko Furukura ist anders als andere. Seit ihrem 18. Lebensjahr schon jobbt die 36-jĂ€hrige in einem dieser kleinen, rund um die Uhr geöffneten japanischen Mini-SupermĂ€rkte. Dort, in ihrem Konbini, fĂŒhlt sie sich sicher. Denn in diesem kleinen Reich hat sie alles unter Kontrolle und die Arbeit folgt stets dem gleichen, vorherbestimmten Rhythmus. Doch sie muss sich auch den immer drĂ€ngenderen Fragen ihrer Schwester und ihrer wenigen Freunde stellen. Warum ist sie eine Jobberin und arbeitet nicht richtig? Und warum ist sie nicht lĂ€ngst verheiratet? Um den stĂ€ndigen Bemerkungen zu entgehen, sucht sie hĂ€nderingend nach einem Ausweg.
Die LadenhĂŒterin
In âDie LadenhĂŒterinâ erzĂ€hlt die Japanerin Sayaka Murata von sozialen und kommunikativen Schwierigkeiten. Ihre Ich-ErzĂ€hlerin Keiko hat schon als Kind nicht den gesellschaftlichen Konventionen entsprochen. Und manche alltĂ€gliche Sprachregelung unerwartet anders interpretiert, was allerlei Schwierigkeiten nach sich zog. Jetzt, als Jobberin in einem 24-Stunden-Convenience Store, kann sie endlich alles strikt nach Vorgabe machen. Und fĂ€llt nicht mehr aus der Rolle. Pointiert und detailgenau beobachtet, legt Sayaka Murata die strengen und teils absurden Konventionen in der japanischen Gesellschaft offen. Denn selbst im Mikrokosmos ihres Konbinis benötigt ihre Protagonistin, die ihre sozialen Kontakte auf ein Minimum reduziert hat, viel Einfallsreichtum. Um sich an den Erwartungen ihrer Umwelt vorbei zu mogeln.
So ist âDie LadenhĂŒterinâ, in Japan unter dem Titel âKonbini Ningenâ ein Bestseller. Ein schonungslos-treffender, manchmal schon komödienhafter Blick auf eine Gesellschaft, deren Normen unverrĂŒckbar erscheinen. Derzeit beschreibt die Autorin in einer Kolumne der SĂŒddeutschen Zeitung ihre Sicht auf den Corona-Alltag in Japan.
Sayaka Murata wurde 1979 in der PrĂ€fektur Chiba, Japan, geboren und arbeitet selbst in einem Konbini. FĂŒr ihre literarische Arbeit erhielt sie bereits mehrere Auszeichnungen, unter anderem den Noma-Literaturpreis fĂŒr Nachwuchsschriftsteller und den Mishima-Yukio-Preis. Ihr Roman „Die LadenhĂŒterin“ gewann 2016 mit dem Akutagawa-Preis den renommiertesten Literaturpreis Japans.

Die LadenhuÌterin
© Aufbau Verlag
145 Seiten
13. September 2019
ISBN: 978-3746636061
Original: Konbini Ningen






