Elias Hirschl: Content
2024,  Belletristik,  Bestseller,  Deutschland

Elias Hirschl: Content

Mit CONTENT erzählt Elias Hirschl eine böse Satire über die Generation Clickbait, und deren Erwartungen an Leben und Job.

Die Content-Farm ‘Smile Smile’ ist ein erfolgreiches New Media Start-Up. Die Firma, über deren Eigentümer nur gemunkelt wird, hat sich auf einer alten Kohlenzeche in der früheren “Staublunge” Deutschlands angesiedelt. Sie produziert vor allem Listicles. Das sind kurze Textchen, die fast nur aus Listen und Rankings bestehen. Und die im Netz verlässlich Klicks generieren, denn nichts scheint die menschliche Neugier mehr zu reizen, als solche Aufstellungen. 

Allerdings ist ihre Herstellung eine ziemliche Fließbandarbeit, und darunter leiden auch die Content-Ersteller*innen. Da ist zum Beispiel Martha, die schon auf die 40 zugeht und es aufgegeben hat, nach einem anderen Job zu suchen. Karin hingegen ist noch jünger und fest entschlossen, sich in der Firma einen Namen zu machen: Stundenlang entwirft sie die abgedrehtesten Listings, die nur leider stets an der Korrekturabteilung scheitern. Irgendwann dreht sie durch. So wie das Erdreich, auf dem das Smile Smile-Gebäude steht, immer mehr nachgibt. Und auch die Ich-Erzählerin, die als unentdeckte Schriftstellerin gerade erst hier angeheuert hat, rutscht allmählich immer tiefer in ein dunkles Loch aus sinnfreien Buchstabenreihen und unausgefülltem Leben …

Content – die Generation Clickbait

Mit “Content” erzählt Elias Hirschl eine böse Satire über die Generation Clickbait, ihre Arbeitsbedingungen und den unerfüllten Erwartungen an Leben und Job. Seine Protagonistin, die Hirschl aus der Ich-Perspektive sprechen lässt, verliert immer mehr die Erdung zur Realität und die Distanz zu der künstlichen Welt, für die sie arbeitet. Eine Netzwelt, in der es nur um Clicks geht und immer mehr Sinnloses produziert und durch Content-Curation recycelt wird, um digitalen Traffic zu generieren. Konsequent lässt er “Content” in einer Gegend spielen, der durch den Kohleabbau selbst der Boden entzogen wurde. So gelingt ihm eine wunderbar böse, leicht abgedrehte prophetische Story, die sich spielerisch-humorig mit fiktiven Realitäten auseinandersetzt, ohne die ernsten Untertöne zu vergessen. Und auch hierbei gilt, wie für jede Liste: “Die Nummer 7 bringt dich zum Weinen”!

Hirschl schrieb den Roman im Rahmen seines Dortmunder Stadt(be)schreiber-Stipendiums, währenddessen er ein halbes Jahr in der Ruhrgebietsstadt lebte und arbeitete.

Der Autor
Elias Hirschl wurde 1994 in Wien geboren. Er ist Autor, Musiker, Slam Poet und schreibt für Theater und Radio. 2020 erhielt er den Reinhard-Priessnitz-Preis. Bücher u.a.: “Meine Freunde haben Adolf Hitler getötet und alles, was sie mir mitgebracht haben, ist dieses lausige T-Shirt” (Roman, 2016), “Hundert schwarze Nähmaschinen” (Roman, 2017) und bei Zsolnay Salonfähig (Roman, 2021).

Elias Hirschl Content
Elias Hirschl:
Content

      

© Paul Zsolnay Verlag
224 Seiten
29. Januar 2024
ISBN: 978-3552073869

      

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