Liz Jensen: Endzeit
ENDZEIT von Liz Jensen ist ein bedrĂŒckender Blick in die Zukunft und hat durch die Katastrophe in Japan an trauriger AktualitĂ€t bekommen.
Die Kunsttherapeutin Gabrielle Fox sitzt seit einem Autounfall im Rollstuhl. Nach wochenlangem Koma versucht sie, wieder auf eigene Beine zu kommen und in ihren Beruf zurĂŒck zu kehren. Weit vor den Toren Londons findet sie schlieĂlich einen Job in einer psychiatrischen Anstalt fĂŒr kriminelle Jugendliche. Eine ihrer Patientinnen ist die 16-jĂ€hrige Bethany, die ihre eigene Mutter erstochen hat. Bethany ist aber auch noch in anderer Hinsicht sehr âspeziellâ, denn sie sagt regelmĂ€Ăig groĂe und kleine Katastrophen in allen Teilen der Welt voraus. Gabrielle ist fasziniert von der komplizierten jungen Frau und beginnt heimlich, ihre Vorhersagen zu ĂŒberprĂŒfen â mit verwirrendem Ergebnis, denn manches davon stimmt tatsĂ€chlich auf den Tag genau. Kann so etwas denn wahr sein?
Als Bethany ein wahrhaft apokalyptisches GroĂereignis vorhersagt, wendet sich Gabrielle Hilfe suchend an einen befreundeten Physiker, denn hier geht es womöglich um das Leben von Tausenden. Doch wird die Katastrophe wirklich eintreffen und wird ihnen ĂŒberhaupt jemand glauben? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Endzeit
Der in der nahen Zukunft spielende Endzeitthriller mit dem sprechenden Titel âEndzeitâ von Liz Jensen beginnt in einer sehr bedrĂŒckenden AtmosphĂ€re. Da ist zunĂ€chst die scheinbar ausweglose Situation der jungen Therapeutin Gabrielle, die bei einem Autounfall nicht nur ihren Freund verlor, sondern auch einen schweren WirbelsĂ€ulenschaden davontrug â und jetzt von der HĂŒfte an abwĂ€rts gelĂ€hmt ist. Hinzu kommen die dĂŒsteren Weissagungen ĂŒber Erdbeben, Ăberschwemmungen und WirbelstĂŒrme aus dem Munde einer völlig verstörten jungen Frau, die aus tief religiösen VerhĂ€ltnissen stammt und von ihren Eltern schwer misshandelt wurde.
Ist dieses MĂ€dchen, immerhin eine Mörderin, zu Recht in der Anstalt, oder können nur die scheinbar Gesunden die ĂŒberdeutlichen Zeichen der Zeit nicht deuten? Liz Jensen gelingt es, die unheimliche Spannung ihrer modernen âKassandraâ-Geschichte bis zur letzten Seite beklemmend authentisch aufrechtzuerhalten. Dass dabei das groĂe Finale ein wenig zu pathetisch ausfĂ€llt, tut der Sache keinen Abbruch. âEndzeitâ ist ein bedrĂŒckender Blick in die Zukunft und hat durch die Katastrophe in Japan an trauriger AktualitĂ€t bekommen.
Liz Jensen studierte Englisch am Somerville College in Oxford, arbeitete als Journalistin in Hongkong und Taiwan, danach als Produzentin fĂŒr die BBC sowie als Journalistin und Bildhauerin in Frankreich. Heute lebt sie in London und Kopenhagen.







