Martina Hefter: Nach der Sonne schauen
NACH DER SONNE SCHAUEN von Martina Hefter erzĂ€hltt mit leichter Hand und viel Empathie erzĂ€hlt von Feminismus, Freundschaft, Neid und KĂŒhen.
Um ein neues Projekt anzufangen, zieht die Leipziger InstallationskĂŒnstlerin Ilona Bartschok fĂŒr einige Monate in eine alte Halle aufs Land. In die Gegend eines ehemaligen Tagebaus in der NĂ€he von Leipzig, wo eine bizarre Landschaft und ein kĂŒnstlicher See entstanden ist. Noch immer denkt sie ĂŒber den Maler ⊠nach, der auf ihrer Installation eines Baumhauses ein âBullshitâ gesprĂ€ht hat. Sie schwankt zwischen Empörung und GleichgĂŒltigkeit. Als die HĂŒndin Bells ihr zulĂ€uft und Nova, die Nichte des Vermieters vor der TĂŒr steht, Ă€ndert sich fĂŒr Ilona einiges. Und als auch noch der Regen nicht aufhören will, kommt Leben in die kalte Bude.
Nach der Sonne schauen
In âNach der Sonne schauenâ erzĂ€hlt Martina Hefter aus der Perspektive ihrer Ich-ErzĂ€hlerin von einer KĂŒnstlerin, die sich eine besondere Auszeit nimmt. In dieser möchte sich einem neuen Projekt widmen. Sie denkt viel ĂŒber ihre NĂ€he zur Natur nach und ĂŒber ihre Kindheit in den Bergen, wo sie zusammen mit 15 Jersey-KĂŒhen aufwuchs. Jetzt ist sie eine schon irgendwie bekannte InstallationskĂŒnstlerin, die diese NaturnĂ€he immer wieder in ihren Werken aufnimmt. Das gefĂ€llt nicht jedem. So wird der Leipziger Maler Herto Strauss, der sie als Konkurrenz wahrnimmt, ĂŒbergriffig, indem er ihr Baumhaus mit dem Schriftzug âBullshitâ ansprĂŒht. Da sie sich seit Kindheitstagen diesen Tieren verbunden fĂŒhlt, ist sie sich nicht sicher, ob es fĂŒr sie selbst ein Affront ist oder ob sie ihn und seine Tat einfach nicht beachtet.
Zur ErklÀrung schreibt Hefter im Nachwort, dass der Name Herto Strauss ein Anagramm von Herosstratus ist. Der hatte 356 v. Chr. den Artemis Tempel in Ephesos in Brand gesetzt. Die Stadt beschloss daraufhin, ihn zu töten und weder ihn noch seine Tat wieder zu erwÀhnen.
Feministischen Themen
Martina Hefter beschĂ€ftigt sich auf charmante Art auch mit feministischen Themen wie die Entdeckung der Prinzessin von Ukok, deren TĂ€towierungen nach 2500 Jahren, heute noch gut erhalten sind. Oder die 4B-Bewegung aus SĂŒdkorea. So ist âNach der Sonne schauenâ von Martina Hefter mit all ihren tiefgrĂŒndigen Gedanken zu Emotionen, Feminismus, Natur, Freundschaft und – KĂŒhen- mit leichter Hand und viel Empathie erzĂ€hlt.
Die Autorin
Martina Hefter ist Schriftstellerin und arbeitet auf dem Gebiet der Performance. Sie lebt in Leipzig, wo sie am Deutschen Literaturinstitut studierte. Ihr Roman »Martina Hefter: Hey guten Morgen, wie geht es dir?Hey guten Morgen, wie geht es dir?« wurde 2024 mit dem Deutschen Buchpreis sowie dem europÀischen Prix Grand Continent ausgezeichnet.
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